Kritiken

G. Mahler Konzert Bayreuth

„Großer Beifall für Mahlers Welt der Stimmen in der Stadthalle Bayreuth“

„[…] Im Mittelpunkt des Abends stand die kraftvoll und mit sehr flexiblem Timbre singende Mezzosopranistin Kerstin Eder, die mit der Interpretation von Gustav Mahlers Rückert-Liedern alle Zuhörer emotional berührte. […]
Am Schluss mündete die Begeisterung schließlich in die Zugabe, Camille Saint-Saëns‘ seraphische Arie der Dalila – Unter tosendem Applaus…“

www.youngartistbayreuth.de (28.3.2016)

„La Traviata“ Landestheater Linz

„[…] Wilsons Produktionen benötigen von jeher Darstellerpersönlichkeiten, die seine formalästhetischen Großentwürfe füllen. Um es paradox zu formulieren: Seine Produktionen sind immer dann richtig gut, wenn sich die Darsteller ein bisschen gegen das Formkorsett wehren, die für das Singen (oder Schauspielen) unabdingbare Emotionalität anbrandet gegen die starren Bilder. Wie man das macht, zeigt in Linz Kerstin Eder, die die Nebenrolle der Annina in eine bezaubernde kleine Charakterstudie verwandelt. […]“
Michael Stallknecht – Süddeutschen Zeitung, 22.09.2015

„[…] Statt italianità gibt es ein fein ausgehörtes, kammerspielhaftes Seelendrama, das auch durch den gut einstudierten Chor und ein ordentliches Sängerensemble getragen wird. Jacques Le Roux ist ein toller Alfredo, Kerstin Eder eine herausragende Annina…“
Jörn Florian Fuchs – Deutschlandfunk, 21.09.2015

„Il trionfo del Tempo e del Disinganno“

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Poppiges Ringen um die Schönheit

Händels Oratorium „Il trionfo del Tempo e del Disinganno“ szenisch am Landestheater Linz

Linz – Wer die Mitte des Lebens erreicht hat und bei Hildegard Knefs Von nun an ging’s bergab berechtigterweise mitbrummen darf, für den kommt Händels Il trionfo del Tempo e del Disinganno gerade recht. Message: Alle Schönheit ist vergänglich! Vergnüge dich nicht, entsage! Denn nur das bringt’s: und zwar den Platz im Himmel.

Wem das alles verdammt katholisch verkommt: passt. Librettist dieses Oratoriums war der römische Kardinal Benedetto Pamphilj. Man schrieb das Jahr 1707, und der kunstsinnige Kleriker und ein sächsischer Jungspund mit Namen Georg Friedrich Händel machten gemeinsam in Sachen Musiktheater. Da Oper gerade verboten war, gossen die zwei ein allegorisches Ringen von Zeit (Tempo), Vergnügen (Piacere) und Enttäuschung (Disinganno) um die Schönheit (Bellezza) in das Gefäß des Oratoriums.

Gegenwartsnah und etwas krampfig popkulturell

André Turnheim – er hat hier am Landestheater 2014 die tolle Uraufführung von Ernst Ludwig Leitners Oper Fadinger inszeniert – hat dieses Frühwerk Händels in der subterrestrischen Blackbox szenisch umgesetzt, als erste Musiktheater-Kooperation zwischen dem Landestheater Linz und der Anton-Bruckner-Privatuniversität. Alles sehr gegenwartsnah und etwas krampfig popkulturell hier: In einer verspiegelten Bar (Ausstattung: Florian Parbs) matchen sich Heath Ledgers Joker (Tempo), Mickey Mouse (Piacere), eine Go-thik-Domina (Disinganno) um ein Sarah-Jessica-Parker-nahes Girlie (Bellezza). In der Mitte der Szene sitzt eine alte, noble Frau (Irmgard Paulis), die das Publikum und das Treiben um sie herum betrachtet.

In der zweiten Premiere des szenischen Oratoriums schlagen sich die Studenten der Bruckner-Uni beachtlich: Ilia Vierlinger ist eine energische, koloratursichere Bellezza, Silke Redhammers Piacere hat Durchschlagskraft. Kerstin Eder bringt als Disinganno die sinnlichste Stimme ein, Markus Stumpner (Tempo) setzt auf monodynamische Festigkeit.

Schlichtweg traumhaft ist, was Martin Braun hinter der Szene mit dem Sinfonieorchester der Bruckner-Privatuniversität aufführt. Diese mitreißende Vitalität, diese Präzision und Elastizität, dieser Reichtum an Farben und Affekten, diese Sinnlichkeit: erstklassig, super. Große Kunst. In leiser Exzellenz thront derweil Irmgard Paulis mit einem milden, wissenden Mona-Lisa-Lächeln inmitten der Szene. Eine Kostbarkeit. Balsam. Als Bellezza des hohen Alters lässt Turnheim sie zum Ende Nietzsche sprechen; dessen Sätze über den menschlichen Gottesverlust geben der Inszenierung dann noch jene Tiefe, die der Figurenzeichnung abgeht.

(Stefan Ender, DER STANDARD, 4.5.2015)

A. Wimmer Kantate

Brucknerhaus Linz, November 2014

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(Norbert Trawöger, KRONEN ZEITUNG, November 2014)

Zu Gast im Hause Mozart

TV-Bericht zum Konzertabend mit dem Mozart Bläsertrio im Rahmen von Kultur in Polling 2014

 

„Hänsel und Gretel“ am Theater an der Rott

Eggenfelden, Oktober 2013

„Fräulein Weiler verliert sich in der Märchenwelt“

„[…] Kennen Sie das Gefühl, wenn alles stimmig zu sein scheint, alle Sinne erfüllt sind und Sie ganz und gar den Moment auskosten und sich gleichzeitig in Zeit und Raum verlieren? Denken Sie jetzt an Sex? Damit liegen Sie im Idealfall sicher richtig. Aber denken Sie mal ein bisschen weiter…

Ich kenne dieses Gefühl aus meiner Kindheit, wenn ich mich beim Spielen so sehr vertieft habe, dass allein meine Wahrnehmungen meine Wirklichkeit ausmachten. Und ich kenne das Gefühl, das mich leider nur allzu selten beim Lesen eines wahrhaft guten Buchs beschleicht, wenn sich die Charaktere verbildlichen und die Geschichte lebendig vor meinen Augen tanzt. Zugegeben – am Theater habe ich dieses Gefühl noch nicht erlebt. Bis jetzt nicht. Hänsel und Gretel – die Märchenoper vom alten Engelbert Humperdinck, neu arrangiert von der jungen Münchner Komponistin Helga Pogatschar und ideenreich inszeniert von Philip Stemann, hat dies geändert. Ich habe mich verloren in der Märchenwelt…

[…] Die Mutter, dargestellt von Kerstin Eder, geht ans Herz – so überzeugend spielt sie die leidende, erschöpfte Frau, die aus Armut und Verzweiflung ihre Kinder in den Wald schickt […].“

(Fräulein Weiler, da Hog’n Onlinemagazin 22.10.2013)